ERLÖSEN VON SCHAM
Existenzielle Scham ist mehr als ein Gefühl. Es ist ein Zustand, in dem wir uns grundsätzlich falsch und defizitär, nicht liebenswert und ohne Daseinsberechtigung fühlen, während gleichzeitig im Körper eine chronische Erstarrung (dorsaler Shut-Down) herrscht.
Wenn Kinder beschämt werden, möchten sie sich verstecken und im Erdboden versinken. Im Erwachsenen-Alter sind uns diese Bewegungen meist nicht bewusst. Denn Scham fühlt sich so vernichtend an, dass wir sie als Kinder abspalten, um weiter leben zu können. Stattdessen entwickelten sich Strategien, um diese destruktive Überzeugung zu kompensieren: Zum Beispiel werden Kinder sich anstrengen, besonders liebenswert, still und „brav“ = angepasst an die Erwartungen der Eltern oder besonders intelligent und ausgerichtet auf gute (Schul-)Leistungen zu sein. Sie werden aufhören, Bedürfnisse und Gefühle zu zeigen, denn wenn man grundsätzlich nicht daseinsberechtigt ist, wer hat dann ein Recht auf so etwas?!
Als Erwachsene leben wir oft in einer Schein-Autonomie: Ich brauche niemanden, denn ich kann (muss) alles alleine schaffen. Ich bin da für die anderen, ich selbst brauche nichts.
Gleichzeitig erleben wir wahrscheinlich viel Anspannung im Körper und ein Nicht-zur-Ruhe-kommen können. Oder wir erfahren uns in einem permanenten Zustand von „angezogener Handbremse“, in dem Handlungsimpulse versanden bzw. in einer Lähmung stecken bleiben. Wir vermeiden Situationen, in der wir mit unserer Scham (bzw. der Angst vor einer Beschämung) in Kontakt kommen könnten (z. B. Partys, Vortrag halten, Teilnahme an Kursen, in denen man leicht ins Vergleichen mit anderen kommen kann etc).
Wie können wir ein Bewusstsein für tiefsitzende Scham in uns entwickeln und uns ihr annähern; Scham-Muster entlarven und beginnen sie zu lösen? Darum geht es in meinem Workshop „(Er-)Lösen von Scham“ innerhalb der Workshop-Reihe „JA ZU DIR SELBST“.